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26. Juni 2017

Hostelsegment - der am schnellsten wachsende Bereich des Hotelmarkts mit riesigem Marktpotenzial

immobilien-zeitung.de: Billige Betten sind Renditebringer: Hostels erweisen sich als hochlukrative Produkte, nur haben deutsche Investoren das Geschäft mit den "Schmuddelkindern" der Branche bisher verschlafen. Das machen jetzt US-Finanzinvestoren - und nordkoreanische Steinzeitkommunisten.


Wichtigster Erfolgsfaktor ist die hohe Flächenproduktivität. Übernachtungspreise von z.B. 20 Euro sind für den einzelnen Reisenden zwar günstig, bei acht Betten im Zimmer können bei hoher Auslastung trotzdem sehr hohe Zimmerpreise zustande kommen. Zudem verlangen Hostels für vieles Gebühren, was in Hotels gratis ist. So kosten in vielen Hostels Handtücher extra, bei A&O sogar die Bettwäsche. Insgesamt kommen Meininger und A&O so auf Bettenpreise von um die 30 Euro, hat Treugast ermittelt. Die Zimmerpreise liegen dann teilweise bei mehr als 100 Euro.

Für eine hohe Auslastung sorgt zudem, dass moderne Hostelkonzepte neben Einzelbetten im Schlafsaal mit anderen Reisenden auch klassische Hotelzimmer mit Doppelbett anbieten. Außerdem ist es für Hostels ein interessantes Zusatzgeschäft, leere Betten zu verkaufen. Gemeint ist damit, dass die Fünfergruppe das letzte Bett im Sechsbettzimmer mitbucht, damit kein Fremder einquartiert wird. So geben die Hostelketten im aktuellen Treugast Investment Ranking eine Auslastung von 67% (A&O) und sogar 76% (Meininger) an - der Betten, wohlgemerkt, obwohl in der Hotellerie sonst solche Werte bei der strukturell niedrigeren Zimmerauslastung erreicht werden.

Gleichzeitig funktioniert das Ganze mit sehr niedrigen Betriebskosten. Hostels brauchten kaum Hotelfachkräfte und können auf Quereinsteiger und Studenten zurückgreifen.

Zum vollständigen Beitrag auf immobilien-zeitung.de:

Rendite mit dem Schmuddelkind

 

Generator: Die Designer

Vor einigen Jahren haben die Londoner in ihren Hostels ein neues Design eingeführt, das sich an der Gestaltung von Budget-Designhotels orientierte. Damit haben sie gezeigt, dass Hostels auch schick sein können. Auf diesem Standard setzen auch die Hotelketten auf, die Hostelprodukte entwickeln und sich ansonsten wohl schwergetan hätten, die früheren schlichten Produkte ins Portfolio zu nehmen.

Generator betreibt zwölf Hostels mit rund 8.600 Betten in Europa, davon der Großteil im Eigentum. Der neue Eigentümer Queensgate hat angekündigt, 300 Mio. Euro in das Wachstum zu investieren. Das soll dann auch in den USA stattfinden, wo in Miami noch dieses Jahr das erste US-Generator eröffnen wird.

Meininger: Die Hoteliers

Kein Hostelkonzept ist einem klassischen Hotel so ähnlich wie Meininger. Das liegt daran, dass es in dem Hybridmodell häufig räumlich abgetrennte Hotelschlafbereiche gibt. Bei einigen Häusern wie am Frankfurter Flughafen ist der Hostelbereich zudem sehr klein. Bemerkenswert ist auch, dass viele der Hostels eine Drei-Sterne-Klassifizierung haben.

Nach dem Eigentümerwechsel 2013 musste sich die neue Führungsriege erst einfinden und es gab eine kleine Expansionsdelle. Mittlerweile ist die Projektpipeline aber wieder gut gefüllt: Zu den aktuell 17 Hotels kommen 15 unterschriebene Projekte und weitere 40 bis 50, über die verhandelt wird. Darunter sind eine Reihe von Städten in Indien und den USA.

H.ostel: Die Newcomer

Die deutsche Hotelkette H-Hotels erweitert ihre Produktpalette um die Hostelmarke H.ostel. "Wir wollen die gesamte Bandbreite des Marktes vom Hostel bis zur Premiummarke abdecken", sagt Unternehmenssprecherin Iliane Dingel-Padberg. Das erste H.ostel in Münster wird mit 150 Betten in rund 50 Zimmern eher klein, weil die Bestandsimmobilie im Zentrum der Altstadt nicht mehr hergibt. An anderen Standorten werde H.ostel aber im Schnitt 300 bis 400 Betten haben, sagt Dingel-Padberg.

Kernstück des Konzepts sind hochwertige Betten, die von einem Schiffsbauunternehmen entwickelt werden und Privatsphäre ermöglichen sollen. Zudem soll H.ostel "sehr stylisch, sehr urban und designbewusst" werden.

A&O: Die Billigheimer

Bei A&O ist alles billig, nicht nur der Preis. In Berlin gibt es mit etwas Glück ein Bett zu nachfrageschwachen Zeiten schon ab 7 Euro pro Nacht. Dafür ist die Einrichtung eher schlicht und auf Designschmankerl müssen die Gäste verzichten. Allerdings steht die Anpassung des Designs für Unternehmenschef Oliver Winter ganz oben auf der mit dem neuen Eigentümer TPG entwickelten To-do-Liste. Unternehmensgründer Winter, weiter als Minderheitsgesellschafter beteiligt, will so breitere Zielgruppen ansprechen, für die A&O bisher zu sehr Jugendherbergscharakter hat.

A&O soll aber nicht zum Lifestyle-Design-Hostel werden, betont Winter. "Wir werden weder Fahrräder von der Decke hängen lassen noch Mitarbeiter über die Flohmärkte schicken, um Einrichtungsgegenstände zu kaufen." Vielmehr wolle A&O weiterhin Preisbrecher sein. Winter verweist auf die Entwicklung bei einer anderen Beteiligung von TPG: "Ryanair sind immer noch die günstigsten, haben aber ihre Ruppigkeit verloren. Vielleicht müssen wir das Ruppige auch etwas abschütteln."

Zweiter Schwerpunkt ist Wachstum. Winter will den Umsatz innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. Aktuell macht A&O mit rund 23.000 Betten in 32 Hostels einen Jahresumsatz von 114 Mio. Euro. Bevorzugte Zielmärkte sind Italien, Spanien, Portugal, Großbritannien und Irland. Im Heimatmarkt Deutschland gebe es dagegen mit Freiburg, Heidelberg oder Hannover nur noch wenige weiße Flecken, sagt Winter. An weiteren Häusern in München und Berlin wäre er aber interessiert.

Jo & Joe: Die Verrückten

Obwohl sich Einzelbetten in Schlafsälen für bis zu zwölf Personen buchen lassen, sei Jo & Joe keine Marke für den Hostelmarkt, sagt Matthieu Perrin, bei AccorHotels verantwortlich für die Marke. Im Visier sei die "Generation Y". Diese jungen Leute reisten vier Mal häufiger als ihre Eltern, sagt er. "Sie brauchen eine bezahlbare Unterkunft, damit sie mit demselben Budget ihre Reiseerfahrungen maximieren können."

Dazu will Perrin Jo & Joe zu einem Lifestyle-Hotspot machen, der ähnlich wie bei Lifestyle-Hotels auch von den Einheimischen als attraktive Location angesehen wird. Deswegen verfügt Jo & Joe über eine Bar und ein richtiges Restaurant mit einfacheren Speisen. Das hebt sich deutlich ab von den Gastrokonzepten anderer Hostels, bei denen es häufig nur darum geht, Schulklassen und andere große Gruppen günstig abzufüttern. 40% Umsatzanteil peilt Perrin für den bei anderen Hostels eher nebensächlichen Bar- und Restaurantbereich ein.

Beim Design geht Jo & Joe andere Wege. "Wir wollten etwas komplett Neues schaffen und haben deswegen einen britischen Designer engagiert, der noch nie ein Hotel gestaltet hat", sagt Perrin. Entstanden ist eine sehr bunte Farblandschaft, die vielleicht zunächst gewöhnungsbedürftig ist, aber auf jeden Fall außergewöhnlich. Außergewöhnlich, auf Englisch: Out Of the Ordinary, sind auch die entsprechend benannten OOO-Schlafsäle. Diese sind komplett verrückt gestaltet, z.B. mit Discokugel oder aufblasbarem rosa Flamingo. Es sei das Ziel gewesen, sich von bestehenden Hotels abzuheben, auch von den konzerneigenen Lifestylemarken Mama Shelter und 25hours, betont Perrin. Trotzdem: Das Konzept könnte für alle interessant sein, die 25hours toll finden, sich aber die Zimmer dort nicht leisten können

 

 

 


 

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6. bis 9. März 2019
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