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21. Januar 2018

Stören Bewertungsportale den Vertrieb?

Pressespiegel/ahgz.de: Sie erreichen Millionen von potenziellen Gästen, und das weltweit, in vielen Sprachen. Doch zugleich werden auf den Portalen auch Mängel eines Hotels und Fehlverhalten der Mitarbeiter öffentlich. Und diese Plattformen listen jedes beliebige Hotel, ohne es vorher zu fragen.


Letzteres ist auch das, was Marco Nussbaum, CEO und Co-Founder der Kette Prizeotel, stört. Kurz vor Weihnachten hatte er daher in seinem Blog angekündigt, dass das Unternehmen von den Plattformen Tripadvisor und Holidaycheck „runterkommen“, also dort mit seinem Markennamen gelöscht werden will. „Tripadvisor und Holidaycheck verursachen durch die Nutzung unseres Markennamens im Netz einen größeren Schaden für uns, als dass sie uns an anderer Stelle nutzen“, sagt Nussbaum. (...)

Die Hospitality Sales & Marketing Association (HSMA) gibt zwar zu, dass man auch dort mit Sorge beobachtet, dass einige Bewertungsportale sich mehr und mehr als Mittler positionieren. Dennoch erachten die Experten des Verbands die Präsenz auf den Portalen als sinnvoll. Das hat eine Blitzumfrage ergeben, die die HMSA in einem Kreis von E-Commerce-, Distributions- und Marketingverantwortlichen von Hotels und Hotelgruppen gemacht hat.

Die Gäste würden diese Plattformen zur Inspiration nutzen und Hotels könnten damit die Sichtbarkeit erhöhen, begründet Tobias Köhler, Director Marketing & Commerce bei Ruby Hotels und HSMA-Fachvorstand für den Bereich Distribution & E-Commerce und Online-Marketing. 

Auch Jürgen Gangl, Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung Deutschlands (HDV), hält an der Präsenz auf den Portalen fest. Marco Nussbaum habe von der Sache her Recht, merkt Gangl an – die Portale würden Geld kosten und die Inhalte seien mancherorts grenzwertig. „Aber: Digitale Informationen im Netz lassen sich nicht mehr verhindern. Man muss versuchen, diese optimal zu nutzen beziehungsweise damit richtig umzugehen! Dann sind sie ein Mehrwert für den Hotelier.“ Aus der HDV sei ihm derzeit kein Hotel bekannt, das eine solche Löschung bei Tripadvisor oder Holidaycheck anstrebe.

Und das Vorhaben muss natürlich auch erst einmal in die Tat umgesetzt werden. Das könnte schwierig werden. Denn Holidaycheck und Tripadvisor sind natürlich bemüht, einen vollständigen Überblick zu liefern und keine Unternehmenseinträge zu löschen.

Allerdings gibt es schon einen Präzedenzfall: Im Jahr 2014 hatte Holidaycheck einige Häuser der Hostelkette A&O infolge eines Rechtsstreits ausgelistet. Damals war es aber um, so A&O, unwahre Tatsachenbehauptungen gegangen. Grundsätzlich hält die Hostelkette jedoch an Bewertungsportalen fest, sieht sie als Chance, wichtiges Kundenfeedback zu bekommen. Auch die B&B Hotels, ebenfalls im Low-Budget-Bereich angesiedelt, will von den Online-Kritiken weiterhin profitieren. B&B-Geschäftsführer Max C. Luscher fügt hinzu: „Ich bin mir nicht sicher, dass der Versuch, sich in Bewertungsplattformen delisten zu lassen, erfolgreich sein wird, geschweige denn etwas bringt.“


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Online Marketing - Stören Bewertungsportale den Vertrieb?


 

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