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08. Mai 2020

von Uwe Krohn - Vorsitzender Expertenkreis Sales & MICE

HSMA braucht keine Umfrage: Hoteliers fordern höhere Hotelraten


…so oder so ähnlich könnte eine passende Antwort auf das Interview von Tobias Ragge ausfallen, welches wie folgt betitelt: „HRS-Umfrage: Unternehmen wollen niedrigere Hotelraten“. Je nach Darstellung der Fragetechnik, bzw. Systematik lassen sich so natürlich passende Antworten zaubern. Ob Firmen nun niedrigere Firmenraten fordern oder sich HRS diese für „unsere“ Kunden wünscht, werden wir nicht beantwortet bekommen.

 

Fakt ist:

Die gesamte Wirtschaft befindet sich in einer Ausnahmesituation, in welcher alle Branchen ganz unterschiedlich betroffen sind. Einsparungen zählen damit ohne Zweifel zu einem Mittel, zu welchem man greift, um Umsatzverluste zu kompensieren. Die Hotellerie ist, das wurde weitläufig kommuniziert, in einem besonderen Maße betroffen. Ich möchte darauf aber nicht eingehen, sondern:

 

Bereits in der Mitte des Lock Downs wurden wir von Firmen aller Branchen kontaktiert, um Hygiene- und Sicherheitskonzepte zu präsentieren. Genauestens möchte man wissen, wie die Hygienemaßnahmen umgesetzt und der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Die Hotellerie, von Haus aus auf penibelste Sauberkeit bedacht, hat damit kein Problem.  Aber, die Maßnahmen, die getroffen werden, sind kostenintensiv. Sie erfordern neben den Kosten für sämtliche Hygieneschutzmitteleinen hohen Personalaufwand. Umsatzreduzierungen durch nicht mehr vorhandene Märkte verbieten den Hotels die Möglichkeit, diese Kosten selbst zu tragen oder zu verteilen.

 

Während des Lock Downs stand das Bedürfnis der Sicherheit und Gesundheit im Mittelpunkt. Sind Hotelgäste und buchende Unternehmen jetzt - nur ein paar Tage nach den Lockerungen - nicht mehr bereit, dafür auch zu zahlen?  Ähnlich wie man es doch auch für Frühstück oder das Getränk an der Bar tut? Angestachelt und verärgert über die Kommunikation des Online-Distributionspartners vermisse ich die vielfach angepriesene Partnerschaft, die mich nun nach „höheren Hotelraten“ rufen lässt. Wohlwissend, dass der Markt dies reguliert und die Hoteliers die beschriebenen Herausforderungen bestens kennen und genauestens wissend, dass gesenkte Hotelraten keine Lösung darstellen.

 

Betrachten wir den Veranstaltungs- und Restaurationsbereich, werden wir hier Preissteigerungen noch viel deutlicher. Durch die Vorgaben zur Einhaltung der Mindestabstände zwischen den Gästen im Restaurant oder den Teilnehmern einer Veranstaltung, können viel weniger Personen in einem Raum untergebracht werden. Und auch die Bereitstellung der Verpflegung muss in einem wesentlich aufwendigeren Prozess bereitgestellt werden. Die notwendigen Umsätze müssen aber trotzdem erreicht werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Hier geht nur ein Weg, nach oben. Den jeder für sich gehen muss!

 

Ein Geschenk haben wir aber doch noch…

Bedingt durch die weggefallenen Messen und Großveranstaltungen haben sich Saisonzeiten drastisch reduziert und die Durchschnittsrate stark gesenkt. Bislang waren diese Parameter wichtige Entscheidungskriterien in den RFP-Verhandlungen. Damit haben wir doch geliefert, meine ich.