KI-Investitions- entscheidungen im Hospitality-Sektor: Integration, Effizienz und Umsatzwachstum als zentrale Treiber


Die diesjährige h2c-Studie befragte 171 Hotelketten mit insgesamt über 11.000 Häusern und 1,3 Millionen Zimmern weltweit. Die branchenübergreifende Teilnahme macht die Ergebnisse repräsentativ für den globalen Hotelmarkt. Die zentralen Themen: Stand der KI-Adoption, Wertschöpfung, strategische Ausrichtung, operative Barrieren und die tatsächlichen Entscheidungsfaktoren für KI-Investitionen.

Schnelle Adaption, aber geringe operative Nutzung
* 78 % der Ketten nutzen bereits KI-Anwendungen, doch nur 6 % verfolgen eine unternehmensweite KI-Strategie; viele Projekte stecken noch in frühen Pilotphasen oder nutzen generische Tools wie ChatGPT.
* Trotz positiver Einstellung (Vertrauen 6,6 von 10) bleibt die tatsächliche operative Nutzung (Reliance) von KI gering (nur 4,7/10). Gerade die Überführung von Pilotprojekten in skalierbare Lösungen gelingt selten – der “Trust-Reliance-Gap” ist ein zentrales Hindernis.

Die Grafik erklärt: Die wichtigsten Faktoren bei KI-Investments

Die Grafik zeigt ganz klar, dass es weniger technologische Komplexität, sondern vor allem Faktoren wie Integration, Effizienz und nachgewiesener finanzieller Mehrwert sind, die Investitionen steuern:
* Integration mit bestehenden Systemen: 70 % der Hotelketten nennen die nahtlose Anbindung als Top-Priorität.
* Reduktion manueller Tätigkeiten & Automatisierung: 69 % geben an, dass die Automatisierung repetitiver Aufgaben entscheidend für die Investitionsentscheidung ist.
* Nachweisbare Umsatzsteigerung: Ebenfalls für 69 % ist der erwiesene Einfluss auf das Umsatzwachstum ausschlaggebend.
* ROI-Potenzial und Kosten/Nutzen: 66 % achten gezielt auf klare ROI-Rechnung und Wirtschaftlichkeit.
* Datensicherheit & Compliance: 63 % fordern Datenschutz und regulatorische Konformität ebenso wie die Sicherheit von Gästen und Geschäftsdaten.
* Steigerung des Gästeerlebnisses und Personalisierung: 61 % erwarten von KI Lösungen zur Verbesserung der Gästebindung und Individualisierung
* Wettbewerbsvorteil: Nur 47 % sehen Markt-Differenzierung als unmittelbaren Treiber.
* Automatisierung von Routine-Interaktionen: 43 % halten dies für relevant.

Wertschöpfung durch KI: Top-Anwendungen und Trends
Die Studie stellt fest, dass bestimmte KI-Anwendungen besonders stark zur Wertschöpfung beitragen:
* Business Intelligence & Data Analytics: 78 % sehen hier das größte Potenzial für KI, insbesondere für klügere, datenbasierte Entscheidungen.
* Chatbots & virtuelle Assistenten: 77 % setzen auf automatisierte Gastkommunikation – von mehrsprachigem Service über Buchungsprozess bis hin zu Upselling-Möglichkeiten.
* Digitales Marketing: 72 % bewerten KI vor allem für automatisierte Kampagnensteuerung und Content-Erstellung als wertvoll.
* Personalisierte Buchungserlebnisse und Upselling: Das größte zukünftige Wachstum zeichnet sich für personalisierte Angebote und gezielte Upselling-Optionen ab. So planen 54 % Upselling-Initiativen und 49 % personalisierte Buchungsoptionen in den nächsten zwei Jahren.

Operative und strategische Barrieren
* Fachkräftemangel und Kompetenzlücken: 62 % nennen fehlende KI-Expertise als größte Hürde, deutlich vor Technologieproblemen oder Widerstand gegen Veränderungen im Unternehmen (31 %).
* Datensilos & Integrationsprobleme: 45 % beklagen mangelhafte Schnittstellen und schlechte Datenqualität als zentrales Umsetzungsproblem.
* ROI-Messung fehlt: 42 % verfolgen keine systematische KI-ROI-Messung, was die Skalierung erfolgreicher Piloten erschwert.

Was bedeutet das für Hotelketten?
* Die Bereitschaft zu KI-Investitionen ist hoch, aber ohne klare Strategie, gezielte Erfolgsmessung und die richtige „Skills“-Entwicklung bleibt der Return auf diese Investitionen begrenzt.
* Hotels, die Integration als Hauptfaktor erkennen und KI gezielt für Automatisierung und Gästeerlebnis einsetzen, sichern sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil – sie setzen den Branchenstandard, bevor KI flächendeckend etabliert ist.

Ausblick: KI als Enabler, nicht als Jobkiller
Die Mehrzahl der Hoteliers sieht KI nicht primär als Bedrohung für Arbeitsplätze, sondern als Technologie, die Mitarbeitern Freiraum schafft für strategische und gästeorientierte Aufgaben. In den nächsten fünf Jahren erwarten 40 % eine vollständige Automatisierung von Gästenservice, Reservierung, Datenmanagement und Revenue Management – menschliche Expertise bleibt aber entscheidend für Führung und Steuerung.

Fazit und Download
Die oben abgebildete Grafik liefert einen kompakten Überblick über die wichtigsten Investitionsfaktoren. Hotels, die KI erfolgreich nutzen und skalieren wollen, müssen die nahtlose Integration sicherstellen, den ROI klar messen und den Gast als Mittelpunkt der Strategie begreifen. Die zentralen Studien-Highlights mit allen öffentlichen Grafiken (in englischer Sprache) stehen unter folgendem Link zur Verfügung:

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Autorin:
Michaela Papenhoff, Founder and Managing Director | h2c GmbH & Mitglied im Expertenkreis Technology | HSMA Deutschland e.V. 

KI-Investitions- entscheidungen im Hospitality-Sektor: Integration, Effizienz und Umsatzwachstum als zentrale Treiber
  • 12.11.2025

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